Liebe Anwesende im Saal und liebe Gäste auf der Tribüne
Die Interpellation „Zeichen der Erinnerung in Wetzikon“ lenkt den Blick auf ein dunkles, oft verhülltes Kapitel unserer Geschichte. Sie erinnert an staatliche Zwangsmassnahmen bis 1981, deren Folgen Menschen über Generationen belastet haben. Der Bund hat dazu ein Bundesgesetz über die Aufarbeitung erlassen. Damit wurden den Opfern das Recht auf einen Solidaritätsbeitrag gewährt. In Ergänzung dazu hat der Kanton Zürich im Dezember 2025 beschlossen, dass Opfer von fürsorgerisch begründeter Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen mit einem Bezug vom Kanton Zürich einen Solidaritätsbeitrag erhalten sollen.
Zudem hat der Kanton Zürich ein Projekt namens «Zeichen der Erinnerung» ins Leben gerufen, um an die Opfer von fürsorgerisch begründeten Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen zu erinnern. Es sollen in den Gemeinden Erinnerungspunkte mit Informationstafeln eingerichtet werden, um mehr über die Geschichten der Betroffenen zu erfahren.
Auch in Wetzikon wurden fürsorgerische Zwangsmassnahmen angeordnet. Es wurde zur Verwahrung von Personen zum Beispiel die private Verwahranstalt Pfrundweid an der Bachtelstrasse 68 für Frauen und gefährdete Mädchen geführt. Wer interessiert ist kann unter Wetzipedia mehr dazu nachlesen Sonnweid – Wetzipedia).
Vor diesem Hintergrund halten wir es von der SP-Fraktion für angebracht, dass der Stadtrat sich zu diesem Thema positioniert und sich aktiv dabei beteiligt.
Wir gehen davon aus, dass der Stadtrat sich der Verantwortung bewusst ist und das Thema ernst nimmt. Ebenso erwarten wir eine Prüfung der Möglichkeiten zur Teilnahme am Projekt „Zeichen der Erinnerung“ in Wetzikon mit einer transparenten Information der Öffentlichkeit
Wir bitten um eine zeitnahe Beantwortung unserer Fragen zur Interpellation, mit dem Ziel, dass bald möglichst Massnahmen zu diesem dunklen und oft verhüllten Kapitel unserer Geschichte auch in Wetzikon geprüft werden können.
Herzlichen Dank
Brigitte Meier Hitz, SP-Fraktion, 29.06.2026
