Liebe Anwesende
Die heutige Diskussion dreht sich letztlich um ein einziges Thema: die Reserve.
Die Logik des Minderheitsantrages bzw. des Antrags der RPK, Wetzikon dürfe nicht zum Auffangbecken der anderen Aktionärsgemeinden werden, enthält aus unserer Sicht einen Denkfehler: Sie behandelt die Reserve wie eine Ausgabe. Tatsächlich ist sie vielmehr eine Versicherungsprämie, und Versicherungen bewertet man nie danach, ob man sie braucht, sondern danach, was es kostet, wenn man sie nicht hat.
Also: Was würde es uns denn kosten? Ein Sanierungskonzept, das an einem Restbetrag scheitert, ist kein Teilerfolg, sondern ein Totalverlust. Für das Spital, für die bereits zugesprochenen Mittel der anderen Gemeinden und für uns als Standortgemeinde ganz besonders. Was auf dem Spiel steht, hat der Präsident der FK II in seinem Votum bereits anschaulich ausformuliert. Kurz: Wetzikon hätte dann nicht gespart, sondern verloren.
Es gibt deshalb keinen Grund, die Situation weiter zu verkomplizieren. Mit Ausnahme von Bauma und Seegräben – deren Entscheide noch ausstehen – haben sämtliche Aktionärsgemeinden den Zusatzkredit inklusive Reserve bereits beschlossen. Die Befürchtung, Wetzikon könnte zum Auffangbecken der anderen Gemeinden werden, entspricht damit schlicht nicht mehr den Tatsachen. Als Standortgemeinde können wir den vom Stadtrat beantragten Zusatzkredit solidarisch sprechen, im Wissen, dass die Reserve mit hoher Wahrscheinlichkeit kaum beansprucht wird. Ganz im Sinne einer Versicherung eben.
Es stellt sich die entscheidende Frage, ob wir es uns leisten können, dieses Projekt an einem vermeidbaren Restrisiko scheitern zu lassen. Für die SP-Fraktion lautet die Antwort klar: Nein.
Deshalb unterstützen wir von der SP-Fraktion den Antrag der FK II und stimmen dem Zusatzkredit von 2,4 Millionen Franken zu. Wer nicht gerne verliert, dem raten wir das Gleiche zu tun.
Danke.
Ansprechpartner:innen zu diesem Thema
Natascha Blumer
Mitglied Fachkommission II
