Fraktionserklärung von Natascha Blumer – Parlamentssitzung 29. Juni 2026

Fraktionserklärung von Natascha Blumer zur Wohnkrise.

Geschätzte Parlamentsmitglieder,
Geschätzte Mitglieder des Stadtrats,
Liebe Zuschauende auf den Emporen

Am 14. Juni hat nicht nur die Schweiz, sondern auch Wetzikon ein deutliches Zeichen gesetzt. Die extreme Chaos-Initiative der SVP wurde mit 52.83 % Nein-Stimmen in Wetzikon klar abgelehnt. Damit haben die Menschen in Wetzikon gezeigt, dass sie sich weder von einfachen Schuldzuweisungen überzeugen noch von billigen Hasskampagnen blenden lassen. Sie wissen: Die Wohnkrise, die Mieten die dauernd erhöht werden, dass es sehr schwierig ist eine zahlbare Wohnung zu finden, lässt sich nicht auf die Zuwanderung zurückführen. Wer bezahlbaren Wohnraum schaffen will, muss die tatsächlichen Herausforderungen angehen.

Dieses Abstimmungsergebnis zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind, wenn wir uns auf konkrete Lösungen statt auf Sündenbockpolitik konzentrieren.

Gleichzeitig dürfen wir uns nichts vormachen: Die Wohnkrise verschwindet nicht von selbst. Viele Menschen finden kaum noch eine bezahlbare Wohnung, die Verdrängung nimmt zu und die Sorge vor Wohnkosten, die dauernd erhöht werden, ist für viele Haushalte Alltag geworden.

Umso bedauerlicher ist es, dass auch die Wohnungsinitiative und die Wohnschutz-Initiative am 14. Juni keine Mehrheit gefunden haben. Beide Vorlagen hätten konkrete Instrumente geschaffen, um den Erhalt und den Ausbau von bezahlbarem Wohnraum zu stärken, auch in Wetzikon.
Wären die Initiativen angenommen worden, würde der gemeinnützige Wohnungsbau gefördert und Mietende wären besser geschützt vor unfairen Leerkündigungen.

Ihre Ablehnung löst keines der wohnpolitischen Probleme: Familien werden weiterhin monatelang nach einer passenden Wohnung suchen. Junge Erwachsene werden weiterhin kaum eine bezahlbare erste Wohnung finden. Seniorinnen und Senioren werden weiterhin befürchten, ihr vertrautes Zuhause wegen einer Sanierung verlassen zu müssen, weil sie sich die erhöhte Miete nicht mehr leisten können. Und es werden weiterhin immer mehr Menschen einen immer grösseren Teil ihres Einkommens für das Wohnen ausgeben müssen.
Die Probleme bleiben bestehen und verlangen weiterhin nach politischen Antworten.

Wir von der SP-Fraktion werden uns auch künftig dafür einsetzen, dass die Ursachen der Wohnungskrise ehrlich benannt werden. Wir werden weiterhin darauf hinweisen, wenn mit Scheinlösungen von tatsächlichen Problemen abgelenkt wird, oder wenn politische Debatten auf dem Rücken von Unschuldigen ausgetragen werden.
Gleichzeitig werden wir weiterhin konstruktive Vorschläge einbringen, die den Menschen in Wetzikon tatsächlich helfen und all jene unterstützen, die dasselbe tun.

Die Abstimmungen vom 14. Juni haben gezeigt, dass die Bevölkerung einfache Sündenbock-Erzählungen durchschaut. Das begrüssen wir. Nun liegt es an uns allen, den nächsten Schritt zu machen: Für mehr bezahlbaren Wohnraum und für eine Stadt für Alle, statt für Wenige.

Danke.

Ansprechpartner:innen zu diesem Thema

Natascha Blumer

Natascha Blumer

Mitglied Fachkommission II

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