SP Wetzikon will politische Gleichstellung der Frauen sichtbar machen
Am 7. Februar 1971 war es nach einem jahrzehntelangen Kampf endlich soweit: Die Frauen durften fortan abstimmen und wählen. Weitere Schritte zur Gleichstellung von Mann und Frau folgten 1981 mit der Verankerung der Lohngleichheit in der Verfassung und 1996 mit dem Gleichstellungsgesetz.
Diskriminierender Lohnunterschied
Doch trotz der gesetzlich verankerten Gleichberechtigung werden Frauen im Alltag weiterhin diskriminiert. Am stossendsten ist der nicht erklärbare Lohnunterschied. Frauen verdienen bei gleicher Qualifikation immer noch durchschnittlich 20 Prozent weniger als Männer. Je nach Branche und Position ist der Unterschied sogar deutlich grösser.
In der Politik sind Frauen nach wie vor untervertreten. Verschiedene Parteien vernachlässigen die Förderung von weiblichem Nachwuchs oder setzen Frauen auf schlechte Listenplätze. Das Steuerrecht geht von einem veralteten Familienmodell aus, das die zweitverdienende Person – in der Regel die Frau – benachteiligt und das deshalb dringend revidiert werden muss. Auch die Einführung einer Elternzeit ist überfällig, damit sich Mutter und Vater nach der Geburt um das Wohl des Kindes kümmern und eine Beziehung zu ihm aufbauen können.
Würdigung der Vorkämpferinnen
Das Jubiläum zu 50 Jahren Frauenstimm- und -wahlrecht bietet Grund zum Feiern. Der unermüdliche und hartnäckige Einsatz der Frauen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts soll gewürdigt werden. Der Anlass ist aber auch verbunden mit dem Aufruf an alle Frauen und Männer, sich weiterhin für echte Gleichstellung einzusetzen.
Licht für Gleichberechtigung
Mit Fackeln und Transparenten wird am nächsten Sonntag ab 18.30 Uhr in der ganzen Stadt Wetzikon ein Zeichen für die Gleichberechtigung von Frau und Mann gesetzt. Die Bevölkerung ist eingeladen, sich an der Aktion zu beteiligen. Überall auf Balkonen und in Gärten sollen Fackeln leuchten. Gruppen von höchsten fünf Personen dürfen sie auch durch die Stadt tragen.
Frauen sind zudem aufgerufen, die Sonnenbrosche mit viel Freude und Stolz wieder zu tragen. Sie steht dafür, dass die Frauen aus dem Schatten ins Licht treten. Seit März 1993, als Ruth Dreifuss in den Bundesrat gewählt wurde, ist die Brosche zum Symbol für die Unterstützung der Frauen in der Politik geworden.

